Liebe LeserInnen,

Ich fühle mich oft so, wie es bei meinem Assistenzhund Kalle auf dem Bild nach der Operation aussieht. Mir ist buchstäblich kalt und ich versuche unter einem Berg von Decken wieder “zu mir” zu kommen. Die Stimmung/Krankheit scheint “endlos”. Als ich Kalle jetzt nach seiner OP begleiten durfte, habe ich gemerkt, dass er sich zwar schlecht fühlt, aber nicht diesen “endlos” Gedanken hat. Dadurch kann er besser heilen und auf “Freude” umstellen, wenn wir Gassi gehen. Jeden Tag gehen wir ein bisschen länger Gassi und mittlerweile ist er -trotz Kragen-um nicht an der Wunde zu kratzen-wieder ganz der “Alte”. Als ich mit Burnout in die psychosomatische Klinik kam, dachte ich, es würde nie besser werden. Ich konnte mir nicht vorstellen, wieder Freude an etwas zu haben oder gar Kraft, um etwas anzupacken. Es schien als ob “Game Over” über mir in tanzenden Leuchtbuchstaben geschrieben stand. Meine Gedanken waren auf Autopilot geschaltet und kreisten in mir wie ein unbarmherziges Karussell. Heute weiß ich, dass es zwar ein langer Weg aus diesem Karussell hinaus war, dass es sich jedoch jeder Schritt (vorwärts und dann wieder mal rückwärts) gelohnt hat. Manchmal, wenn etwas Trauriges in meinem Leben passiert, stürze ich immer noch “ab” und schaue auf die Scherben der Vergangenheit. Doch es dauert nicht mehr “ewig”. Mir wird schneller bewusst, wo der Scherbenhaufen beginnt und wo er aber auch wieder aufhört. Und dass ich selbst entscheiden kann, wie oft ich mich noch mit ihm auseinandersetzen kann. Ich habe auf dieser Website eine Leseprobe über besagten Klinikaufenthalt aus meinem Buch “Die Wiedergeborene oder die Reise zum Mittelpunkt des Selbst” zur Verfügung gestellt. Vielleicht kann er Anregungen geben. Diese Gedanken wollte ich mit Ihnen, liebe LeserInnen teilen.

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